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Forschergeist und Schreibtalent

Kurz vor dem Abitur wird es ernst – Ausbildung machen oder lieber studieren? Wenn das entschieden ist, kommt die Qual der Wahl. Besser ist, sich frühzeitig und ganz in Ruhe über seinen späteren Beruf Gedanken zu machen. Die hohe Zahl der Studienabbrecher zeigt, dass Studierenden oft weder klar ist, was das Studium zu bieten hat, noch welchen Beruf sie damit anstreben. Und wo sollte man einen besseren Einblick in einen Beruf bekommen als direkt vor Ort?


Als Forscher in einem richtigen Labor selber experimentieren.

Experimentieren neben den Forschern – Interesse durch Authentizität

Das haben sich auch die Verantwortlichen am Rudolf-Virchow-Zentrum, einem biomedizinischen Forschungszentrum an der Universität Würzburg, gedacht und das Projekt „ForscherReporter“ ins Leben gerufen. Seit September 2006 begrüßen Sonja Jülich und Christiane Weber vom Public Science Center, einer eigenen Abteilung am Zentrum, die sich für den Dialog mit der Öffentlichkeit einsetzt, jeden Monat vier bis acht Schüler im Alter von 16-19 Jahren von Würzburger Gymnasien. Und die arbeiten dann direkt neben den „richtigen“ Forschern im Labor. Aber wie der Name „ForscherReporter“ schon sagt, sollen die Schülerinnen und Schüler nicht nur forschen, sondern in den Labors des Zentrums auf Recherchetour gehen. Dreimal geht es nach der Schule ins Labor, nur wer selbst forscht, erlebt, wie aufregend Wissenschaft sein kann. Danach schauen die Schüler den Forschern bei ihrer Arbeit über die Schulter und sollen einen Hörfunkbeitrag zu einem aktuellen Forschungszentrum erstellen.

Wissenschaft live aus dem Labor – Rollentausch als Reflektion

Dabei hilft Ihnen Sonja Jülich selbst, denn als Biologin und Wissenschaftsjournalistin weis sie, worauf es ankommt. „In erster Linie geht es uns natürlich darum, dass sich die Schüler im Berufsfeld Wissenschaft und Forschung orientieren können. Sie bekommen die Möglichkeit, in einer authentischen Atmosphäre zu experimentieren, aber auch Forschung als Reporter aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen. Mit Mikrophon und Aufnahmegerät ausgerüstet sind sie mit dem Forscher auf gleicher Ebene“, so Projektleiterin Sonja Jülich.


Und als Reporter den Wissenschaftlern über die Schulter schauen: Beim Schülerprojekt „ForscherReporter“ können Oberstufenschüler sich im Berufsfeld Wissenschaft und Forschung orientieren. Authentizität und Rollentausch sind dabei die Stichworte.

Nach der Aufnahme schneiden die Schüler alles zu einer Geschichte zusammen. Die fertige Reportage kommt auf die Projekt-Homepage www.forscherreporter.de und wird dann von den Schülerinnen mit in die Schule genommen und besprochen. Doch nicht nur ihre Lehrer und Mitschüler nehmen die Reportage unter die Lupe, besonders kritisch beäugt wird sie zum Schluss von der Reporterin Irina Hanft vom Bayerischen Rundfunk, Regionalstudio Mainfranken. Das Highlight ist eine Führung durch die Studios.

Neu für Schüler außerhalb Würzburgs: Forum und Berufsberater

Auf der Internetseite sind alle bisherigen Reportagen nun als Podcast verfügbar. Damit auch Schülerinnen und Schüler außerhalb Würzburgs ihre Fragen rund um den Beruf des Wissenschaftlers oder Wissenschaftsjournalist beantwortet bekommen, gibt es auf der Seite jetzt auch einen kleinen Berufsberater und ein Forum, in dem alle Schülerinnen und Schüler direkt Fragen an die Forscher im Rudolf-Virchow-Zentrum stellen können.

Bereits vor dem Start wurde das Schülerprojekt als besonders originelles Schülerlabor-Konzept mit einem Sonderpreis der Initiative "Lernort Labor“, ein Projekt des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), ausgezeichnet. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Ein Jahr läuft das Projekt, bisher haben sieben Schulen im Umkreis Würzburg mitgemacht.

www.forscherreporter.de


Auf der eigenen Homepage unter www.forscherreporter.de
stellen die Schülerinnen und Schüler ihre Beiträge als Podcasts vor.


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